Frühlingslied: Nun will der Lenz uns grüßen

Der Frühling ist endlich da: aus allen Wiesen sprießen die Blumen, die Luft weht lau, Vögel zwitschern vor den Fenstern, die Bäume treiben frisch und grün. Wisst Ihr noch wie sich das anfühlt? Wenn man einfach nur Lust hat, laut zu singen? Glücklicherweise gibt es da ein Lied, das genau dieses Aufbruchsgefühl für uns beschreibt. Also krame ich heute mal wieder in meiner musikalischen Erinnerungskiste und stelle Euch das Frühlingslied „Nun will der Lenz uns grüßen“ vor.

Der Text des Liedes stammt von dem Autor Karl Ströse, der ihn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verfasst hat. Manche Quellen nennen als Urspung den mittelalterlichen Minnesänger Neidhart von Reuental (13. Jahrhundert), Ströse hat sich von ihm wohl aber nur die Inspiration geholt. Das Lied hat eine lange Rezeptionsgeschichte hinter sich – wer sich für die detaillierte Entstehungsgeschichte interessiert wird hier fündig. Obwohl es sich also um kein allzu altes Volkslied handelt, gehört es zu einem der beliebtesten und bekanntesten Frühlingsliedern, das in keiner gut sortierten Liedersammlung fehlen sollte. Warum? Weil es in seiner Kürze ungemein schön ist. Und weil es vom Staub der vergangenen 100 Jahre befreit werden muss.

Das Lied ist für das Singen mit kleinen Kindern sehr gut geeignet. Zum einen beschreibt es sehr bildhaft die Veränderungen der Natur im Jahreszeitenwechsel zwischen Winter und Frühling, zum anderen ermuntert es durch seine Weise zum (Maien-)Tanz. Und so kommt man nicht umhin beim Singen einfach mit zu schwingen und sich der Vorfreude auf wärmere und buntere Zeiten zu ergeben.

Nun will der Lenz uns grüßen

Nun will der Lenz uns grüßen,
Von Mittag weht es lau,
Aus allen Wiesen sprießen
Die Blumen rot und blau.
Draus wob die braune Heide
Sich ein Gewand gar fein
Und lädt im Festtagskleide
Zum Maientanze ein.

Waldvöglein Lieder singen,
Wie ihr sie nur begehrt,
Drum auf zum frohen Springen,
Die Reis‘ ist Goldes wert!
Hei, unter grünen Linden,
Da leuchten weiße Kleid‘!
Heißa, nun hat uns Kindern
Ein End all Wintersleid!

Hier geht’s zu den Noten.

Nach umfangreicher Recherche habe ich leider keine zitierwürdige Mitsingversion des Liedes gefunden. Also macht es Euch mutig selbst zu eigen. An dieser Stelle verweise ich auf das schöne Volksliederbuch des Carus Verlags in Kooperation mit dem SWR.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.