Kinderlied

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Frühlingslied: Nun will der Lenz uns grüßen

Mittwoch, April 10th, 2013

Der Frühling ist endlich da: aus allen Wiesen sprießen die Blumen, die Luft weht lau, Vögel zwitschern vor den Fenstern, die Bäume treiben frisch und grün. Wisst Ihr noch wie sich das anfühlt? Wenn man einfach nur Lust hat, laut zu singen? Glücklicherweise gibt es da ein Lied, das genau dieses Aufbruchsgefühl für uns beschreibt. Also krame ich heute mal wieder in meiner musikalischen Erinnerungskiste und stelle Euch das Frühlingslied “Nun will der Lenz uns grüßen” vor.

Der Text des Liedes stammt von dem Autor Karl Ströse, der ihn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verfasst hat. Manche Quellen nennen als Urspung den mittelalterlichen Minnesänger Neidhart von Reuental (13. Jahrhundert), Ströse hat sich von ihm wohl aber nur die Inspiration geholt. Das Lied hat eine lange Rezeptionsgeschichte hinter sich – wer sich für die detaillierte Entstehungsgeschichte interessiert wird hier fündig. Obwohl es sich also um kein allzu altes Volkslied handelt, gehört es zu einem der beliebtesten und bekanntesten Frühlingsliedern, das in keiner gut sortierten Liedersammlung fehlen sollte. Warum? Weil es in seiner Kürze ungemein schön ist. Und weil es vom Staub der vergangenen 100 Jahre befreit werden muss.

Das Lied ist für das Singen mit kleinen Kindern sehr gut geeignet. Zum einen beschreibt es sehr bildhaft die Veränderungen der Natur im Jahreszeitenwechsel zwischen Winter und Frühling, zum anderen ermuntert es durch seine Weise zum (Maien-)Tanz. Und so kommt man nicht umhin beim Singen einfach mit zu schwingen und sich der Vorfreude auf wärmere und buntere Zeiten zu ergeben.

Nun will der Lenz uns grüßen

Nun will der Lenz uns grüßen,
Von Mittag weht es lau,
Aus allen Wiesen sprießen
Die Blumen rot und blau.
Draus wob die braune Heide
Sich ein Gewand gar fein
Und lädt im Festtagskleide
Zum Maientanze ein.

Waldvöglein Lieder singen,
Wie ihr sie nur begehrt,
Drum auf zum frohen Springen,
Die Reis’ ist Goldes wert!
Hei, unter grünen Linden,
Da leuchten weiße Kleid’!
Heißa, nun hat uns Kindern
Ein End all Wintersleid!

Hier geht’s zu den Noten.

Nach umfangreicher Recherche habe ich leider keine zitierwürdige Mitsingversion des Liedes gefunden. Also macht es Euch mutig selbst zu eigen. An dieser Stelle verweise ich auf das schöne Volksliederbuch des Carus Verlags in Kooperation mit dem SWR.

 

Frühlingslied: Singt ein Vogel

Mittwoch, Januar 11th, 2012

Endlich naht der Frühling! Die Wintergarderobe wird eingepackt, das Fenster weit geöffnet, die Fahrräder abgestaubt und die Sonnenbrille hervor gekramt. Doch wie sieht es mit dem Liedervorrat für den Frühling aus?
Damit bei Eltern und Kindern kein Notstand entsteht, gibt es heute den ersten Teil unseres Frühlings-Specials.

Das Lied „Singt ein Vogel“ stammt von dem deutschen Komponisten Heinz Lau (1925 – 1975), der unter anderen bei Paul Hindemith studierte und viele Kammermusikstücke, Lieder und Chorwerke schrieb.

Das kleine Frühlingsstück hat einen ganz besonderen Vorteil gegenüber anderen Frühlingsliedern. Sogar ohne besonders großes dichterisches Talent können weitere Strophen dazu erfunden werden. Der Kreativität von Großen und Kleinen sind also keine Grenzen gesetzt.

Der Text der ersten drei offiziellen Strophen des Lieds lautet so:

Singt ein Vogel, singt ein Vogel, singt im Märzenwald;
kommt der helle, der helle Frühling, kommt der Frühling bald.
Komm doch, lieber Frühling, lieber Frühling, komm doch bald herbei, jag den Winter, jag den Winter fort und mach das Leben frei!

Blüht ein Blümlein, blüht ein Blümlein, blüht im Märzenwald;
kommt der helle, der helle Frühling, kommt der Frühling bald.
Komm doch, lieber Frühling, lieber Frühling,
komm doch bald herbei, jag den Winter, jag den Winter fort und mach das Leben frei!

Scheint die Sonne, scheint die Sonne, scheint im Märzenwald;
kommt der helle, der helle Frühling, kommt der Frühling bald.
Komm doch, lieber Frühling, lieber Frühling,
komm doch bald herbei, jag den Winter, jag den Winter fort und mach das Leben frei!

Hier findet Ihr die Noten und den Text, die Melodie dazu kann man hier anhören.

Winter ade, Frühling hallo!

Winterlied für die Kleinen: Schneeflöckchen, Weißröckchen

Dienstag, Januar 10th, 2012

SchneeflockeEines der bekanntesten und für die Kleinen besonders schönes Winterlied ist “Schneeflöckchen, Weißröckchen”. Und das nicht ohne Grund. Denn der Text (Hedwig Haberkern, 1837-1902) ist anschaulich und drückt besonders gut die Sehnsucht nach Spiel und Spaß im winterlichen Schnee aus. Es eignet sich als Einstimmung auf die Winterzeit – auch für die Erwachsenen, die sich bestimmt gerne an der Zauber des ersten Schnees zurück erinnern. Und sollte die Kälte Große und Kleine einmal verdrießlich stimmen, bringt das Singen dieses Lieds Wärme und Ausgelassenheit zurück.

Hier für alle kleinen und großen Winterliebhaber die kompletten drei Strophen.

Schneeflöckchen, Weißröckchen

1. Schneeflöckchen, Weißröckchen,wann kommst Du geschneit?

Du kommst aus den Wolken, Dein Weg ist so weit.

2. Komm, setz dich ans Fenster, du lieblicher Stern,

malst Blumen und Blätter, wir haben Dich gern.

3. Schneeflöckchen, du deckst uns die Blümelein zu,

dann schlafen sie sicher in himmlischer Ruh.


>>> Und hier einmal zum Mitsingen

Tröstelied: Mäh, Lämmchen, mäh

Donnerstag, Januar 5th, 2012

Kleine Liedchen können besonders in traurigen Situationen ziemlich hilfreich sein. Jeder kennt das: das Kleine hat sich beim spielen, klettern und krabbeln – kurz: beim Welt entdecken – schrecklich weh getan und sucht bei Mama oder Papa Trost. Pusten auf die wehe Stelle, liebevolles Zureden und ein kleines Tröstelied bewirken wahre Wunder.

Eines meiner Lieblingslieder, das ich selbst bei einem Eltern-Kind-Kurs kennen gelernt habe ist “Mäh, Lämmchen, mäh.”

Hier gibt es den Text:

Mäh, Lämmchen, mäh

1. Mäh, Lämmchen, mäh, das Lämmchen lief im Klee,
da stieß es an ein Steinichen,
da tat ihm weh sein Beinichen,
da schrie das Lämmchen mäh!

2. Mäh, Lämmchen, mäh, das Lämmchen lief im Klee,
da stieß es an ein Sträuchelchen,
da tat ihm weh sein Bäuchelchen,
da schrie das Lämmchen mäh!

Der besondere Babysingen Tip:

Man kann das Lied wunderbar auch in einer Winterversion singen, indem man das Wort “Klee” durch “Schnee” ersetzt.

Die Noten und den entsprechenden Text, samt Melodie zum Anhören findet man auf dieser empfehlenswerten Seite.

Weihnachtliches Wiegenlied: Stille Nacht, heilige Nacht!

Dienstag, Dezember 20th, 2011

Kapelle im Salzburger Land: Stille Nacht, heilige Nacht!Wie wäre es, wenn Sie Ihr Abendritual der Jahreszeit anpassen würden? Dann singen Sie doch Ihrem Bauchbaby oder Ihrem bereits geborenen Baby “Stille Nacht, heilige Nacht” vor. Dieses Weihnachtslied eignet sich besonders gut als Wiegenlied, denn es ist in einem 6/8 Takt geschrieben. Daher rührt auch der schwingende und wiegende Charakter der Melodie. Das Lied gilt als das bekannteste Weihnachtslied der Welt und wurde in über 300 Sprachen und Dialekte übersetzt.

Doch wo ist sein Ursprung? Um die Entstehung des Liedes ranken sich viele schöne, vor allem alpenländische Geschichten. Als gesichert gilt, dass der Organist und Dorfschullehrer Franz Xaver Gruber die Melodie und der Hilfspriester Joseph Mohr den Text um 1816/1818 geschrieben haben. Beide lebten damals in einem Dorf im Salzburger Land. Der ursprüngliche Text weicht wesentlich von dem heute gebräuchlichen ab.

Für alle, die sich schon auf den Heiligen Abend einstimmen wollen, hier die am häufigsten gesungene Version des Textes.

Stille Nacht, heilige Nacht

Stille Nacht, heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
Nur das traute, hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
Schlaf in himmlischer Ruh,
Schlaf in himmlischer Ruh.

Stille Nacht, Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht,
Durch der Engel Halleluja.
Tönt es laut von fern und nah:
Christ, der Retter ist da,
Christ, der Retter ist da!

Stille Nacht, heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund,
Christ, in deiner Geburt,
Christ, in deiner Geburt.

Und hier zum Anhören und Mitsingen.

Fröhliches Weihnachtslied: Ihr Kinderlein kommet

Dienstag, Dezember 20th, 2011

Kaum eine andere Zeit im Jahr lädt so sehr zum Singen ein wie die Weihnachtszeit. Ob zuhause unterm Weihnachtsbaum, in einem Chor  oder beim Weihnachtsgottestdienst. Auch die, die gerne mehr im Alltag singen würden, es aber nicht wagen, dürfen an Weihnachten aus voller Seele mitsingen. Mit dem fröhlichen Weihnachtslied “Ihr Kinderlein kommet” können Sie Ihr Kindchen im Bauch willkommen heißen. Und diejenigen, die mit kleinen Kindern Weihnachten feiern, werden sehen, dass dieses Lied auch die Kleinsten gerne mitsingen werden.

In seiner ursprünglichen Fassung hat das von Christoph von Schmid (katholischer Pfarrer und Schriftsteller) gedichtete Lied acht Strophen. Ich beschränke mich hier allerdings auf die bekanntesten und schönsten. Wer Interesse hat kann den ganzen Text hier nachlesen.

Ihr Kinderlein kommet

Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all’!
Zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall,
und seht, was in dieser hochheiligen Nacht
der Vater im Himmel für Freude uns macht.
Da liegt es – das Kindlein -  auf Heu und auf Stroh;
Maria und Josef betrachten es froh;
die redlichen Hirten knien bethend davor,
hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.
O beugt wie die Hirten anbethend die Knie
erhebet die Händlein und danket wie sie!
Stimmt freudig, ihr Kinder, wer sollt sich nicht freun,
stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein!

Für alle, die sich nicht mehr an die Melodie erinnern gibt es hier eine Version zum Mitsingen.

Babybauchsingen wünscht allen werdenden Eltern und jungen Familien fröhliche und glückliche Weihnachten!

Weihnachtsglöckchen: Kling, Glöckchen, klingelingeling.

Donnerstag, Dezember 8th, 2011

Wussten Sie, dass Babys den Klang kleiner Glöckchen lieben?

Es gibt ein Weihachtslied, das diese Freude zum Klingen bringt: “Kling, Glöckchen, klingelingeling.” Der Dichter Karl Wilhelm Ferdinand Enslin (1819-1875) war ein deutscher Schullehrer. Auch das sehr bekannte “Guter Mond, Du gehst so stille” stammt aus seiner Feder. Einige von Enslins Gedichten wurden von Philipp Friedrich Silcher und Benedikt Widmann vertont.

Sollten Sie in der Avents- und Weihnachtszeit schwanger sein, dann sind Sie wahrscheinlich besonders empfänglich für die besinnliche Stimmung. Bestimmt stellen Sie sich auch Ihr erstes Weihnachtsfest mit dem kleinen Liebling vor. Oder Sie denken daran, wie Sie selbst als kleines Kind die Festzeit erlebt haben. Gibt es Rituale oder Traditionen, die Sie gerne an Ihr Kind weitergeben möchten?

Vielleicht gehört ja das Singen von “Kling, Glöckchen, klingelingeling” zu Ihren persönlichen Erinnerungen, oder das eines anderen Weihnachtsliedes. Sollten Sie also demnächst mal in besonders feierlicher Stimmung sein, nehmen Sie sich doch kurz Zeit für sich und Ihr Bauchbaby und summen oder singen Sie ein weihnachtliches Lied.

Future momDer besondere Babybauchsingen-Tip: Wenn zu den gesungenen auch noch echte kleine Glöckchen mitspielen, wird das Lied besonders weihnachtlich. Glöckchen oder Schellen in verschiedenen Tonlagen, Größen und Klangfarben gibt’s im Musikalienhandel oder bei entsprechenden Anbietern im Internet.


Kling, Glöckchen, Klingelingeling
Kling, Glöckchen Kling
Laßt mich ein ihr Kinder,
s’ist so kalt der Winter,
öffnet mir die Türen,
lasst mich nicht erfrieren!
Kling, Glöckchen, Klingelingeling
Kling, Glöckchen Kling

Kling, Glöckchen, Klingelingeling
Kling, Glöckchen Kling
Mädchen hört und Bübchen,
macht mir auf das Stübchen,
bring euch viele Gaben,
sollt Euch dran erlaben!
Kling, Glöckchen, Klingelingeling
Kling, Glöckchen Kling

Kling, Glöckchen, Klingelingeling
Kling, Glöckchen Kling
Hell erglühn die Kerzen,
öffnet mir die Herzen,
will drin wohnen fröhlich,
frommes Kind wie selig.
Kling, Glöckchen, Klingelingeling
Kling, Glöckchen Kling

Das andere Laternenlied: Licht in der Laterne

Mittwoch, Oktober 19th, 2011

In den nächsten Wochen werden vielerorts Laternen gebastelt, St Martinslieder gesungen und die ersten süßen Leckereien für den Laternenumzug gebacken. Vielleicht hat man schon zu oft die großen Klassiker der Laternenlieder gehört und gesungen, darum stelle ich heute mal ein unbekannteres vor: “Licht in der Laterne”.

Das Lied wurde in den 1960er Jahren in dem Band “Sing mit – Liederbuch für die Unterstufe der Volksschulen” veröffentlicht. Text und Melodie stammen von Eduard Döring, der mir als Liedddichter bis dato unbekannt war.

Die Melodie ist eingängig, der Text liebevoll und bunt, ein Liedlein mit vielen Ton- und Wortwiederholungen. Es eignet sich damit also bestens für einen Laternenumzug.

Licht in der Laterne

1. Licht in der Laterne, ich geh mit dir so gerne. Rotes, grünes, goldnes Haus! Lichtlein, Lichtlein geh nicht aus!

2. Alle Leut es sehen, wenn wir Laterne gehen. Rotes, grünes, goldnes Haus! Lichtlein, Lichtlein geh nicht aus!

3. Und wir Kinder singen, dass alle Straßen klingen. Rotes, grünes, goldnes Haus! Lichtlein, Lichtlein geh nicht aus!

4. Lasst von uns euch sagen: du sollst ein Lichtlein tragen. Rotes, grünes, goldnes Haus! Lichtlein, Lichtlein geh nicht aus!

Ich habe im Internet lediglich ein Video aus dem Kindergarten-Alltag gefunden. Für einen ersten Eindruck tut es das wohl.

Licht in der Laterne auf YouTube

Wer sich eine bessere Aufnahme und die Noten dazu besorgen möchte, der sei auf die Seite von Fidula verwiesen.

Auch bei Amazon gibt es eine sehr schöne CD mit weiteren besonderen Liedern und Tänzen für die Laternenzeit.

 

Lieder für Sankt Martin: Laterne, Laterne…

Dienstag, Oktober 18th, 2011

(c) GordonGrand - Fotolia.com

Wenn es draußen dunkel wird und bunte Laternen durch die Gassen leuchten, dann wissen wir: St. Martin steht vor der Tür.

Traditionell finden am 11. November die Martinsumzüge statt, bei denen Kinder und Erwachsene mit Laternen durch die Städte und Dörfer gehen und Martinslieder singen. Gut, wenn man da vorbereitet ist und sich beizeiten noch einmal an Text und Melodie der wichtigsten Laternenlieder erinnert. Denn ein Umzug mit Liedblatt in der Hand trübt die Freude an dem bunten und besinnlichen Brauch. Darum hier jetzt drei traditionelle Volkslieder. Die ersten beiden können auch schon von den Kleinsten (2-3 jährigen Kindern) gesungen werden

Laterne, Laterne

Laterne, Laterne,

Sonne, Mond und Sterne,

brenne auf mein Licht, brenne auf mein Licht,

aber nur meine liebe Laterne nicht.

>>>Hier gibt’s die Noten und Hörbeispiele

Ich geh mit meiner Laterne

Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir.

Dort oben leuchten die Sterne, hier unten, da leuchten wir.

Mein Licht ist aus, wir gehn nach Haus,

rabimmel, rabammel, rabum.

Mein Licht ist aus, wir gehn nach Haus,

rabimmel, rabammel, rabum.

>>>Hier gibt’s die Noten und Hörbeispiele

Sankt Martin

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind,
Sein Roß, das trug ihn fort geschwind.
Sankt Martin ritt mit leichtem Mut,
Sein Mantel deckt’ ihn warm und gut.

Im Schnee saß , im Schnee saß,
Im Schnee, da saß ein alter Mann,
Hatt Kleider nicht, hatt Lumpen an.
“O helft mir doch in meiner Not,
Sonst ist der bittre Frost mein Tod!”

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin zog die Zügel an,
Sein Roß stand still beim armen Mann.
Sankt Martin mit dem Schwerte teilt’
Den warmen Mantel unverweilt.

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin gab den halben still:
Der Bettler rasch ihm danken will
Sankt Martin aber ritt in Eil’
Hinweg mit seinem Mantelteil.

>>>Hier gibt’s die Noten und Hörbeispiele

Herbstlied: Ein Männlein steht im Walde

Dienstag, September 13th, 2011

Ein Männlein steht im Walde (auch: “Das Rätsel von der Hagebutte”) ist eines der zahlreichen volkstümlichen Kinderlieder, hier vom Niederrhein, das Hoffmann von Fallersleben (1798 – 1874) gedichtet hat. Der Text gibt im wahrsten Sinne des Wortes Rätsel auf. Wer ist dieses geheimnisvolle Männlein im Walde: vielleicht ein Waldkönig oder etwa ein Zwerg, eventuell ein Fliegenpilz oder doch die Hagebutte?

Der Schlussvers des Liedes, in dem sich das Rätsel  löst, wird lediglich gesprochen und kommt in den gesungenen Versionen, wie beispielsweise  Humperdincks “Hänsel und Gretel”, nicht vor. Und so bleiben die Kleinen (und auch die Großen) im Unklaren, wie das kleine Männlein wohl aussieht und wie es sich nennen darf. Spielt auch gar keine Rolle, denn die Phantasie schreibt bekanntlich die schönsten Geschichten.

Ein Männlein steht im Walde

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm,
Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein
Mit dem purpurroten Mäntelein.

Das Männlein steht im Walde auf einem Bein
Und hat auf seinem Haupte schwarz Käpplein klein,
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein
Mit dem kleinen schwarzen Käppelein ?

gesprochen:
Das Männlein dort auf einem Bein
Mit seinem roten Mäntelein
Und seinem schwarzen Käppelein
Kann nur die Hagebutte sein.

Wer sich die Noten anschauen und die Melodie lernen will, der kann sich hier schlau machen.

Leider habe ich für dieses Lied noch keine schönere Version im Netz gefunden. Tips sind jederzeit willkommen.